Kampf dem Wohnungsmangel: Grüne fordern Bauflächenoffensive

02.01.2019 - s.benusch@ddiv.de (Benusch)

In den Ballungsräumen ist Bauland oftmals Mangelware. Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert daher ein Sofortprogramm Bauflächenoffensive (BT-Drs.: 19/6499), um bisher ungenutzte Potenziale auf Dachflächen oder in Regionen mit hoher Leerstandsquote zu heben. Einen ähnlichen Antrag stellte Ende November auch die FDP-Fraktion (der » DDIV berichtete).

Die Abgeordneten verweisen auf die Dachausbaureserve von rund 580.000 Wohnungen, über die deutsche Dachflächen laut einer Studie der Technischen Universität Darmstadt und des Pestel Institus auf verfügen. Die Fraktion weist zudem darauf hin, dass nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 2 Millionen Wohnungen vor allem in Dorfkernen und Ortzentren in ländlichen Regionen leer stehen. Diese Potenziale müssten gehoben werden, um dringend notwendige Wohnungen ohne zusätzliche Flächenversiegelung zu schaffen und Ortskerne wiederzubeleben.

90 Millionen Euro für Dachausbau oder Reaktivierung leerstehender Gebäude

Die Grünen wollen hierfür das Hunderttausend Dächer und Häuser Programm mit einer Fördersumme von 90 Millionen Euro im ersten Jahr auflegen. Investoren, die durch Dachausbauten behutsam nachverdichten oder leerstehende Gebäude reaktivieren, sollen finanzielle Zuschüsse in Höhe von 10 Prozent der Baukosten bis 1.500 Euro je Quadratmeter erhalten. So würden vorhandene Bauflächen erschlossen und 100.000 zusätzliche Wohnungen allein in dieser Legislaturperiode geschaffen. Darüber hinaus könnten Dachflächen auch die Energiewende voranbringen und verstärkt für die Gewinnung erneuerbarer Energien genutzt werden. Ein solches Programm wirke, so die Abgeordneten, steigenden Baulandpreisen und hohen Erschließungskosten entgegen.